Ein neuer Startplatz für Rocket Lab

Das ursprünglich in Neuseeland beheimatete Unternehmen Rocket Lab hat einen zweiten Startplatz. Am 12. Dezember gab das Raumfahrtunternehmen die Fertigstellung des „Launch Complex 2“ bekannt. Die Raketenstartanlage liegt im Raumflughafen „Mid-Atlantic Regional Spaceport“ (MARS) an der Atlantikküste des amerikanischen Bundesstaates Virginia. Rocket Lab benötigte weniger als ein Jahr, um den Startplatz fertig zu stellen. Der erste Start von dem Pad soll im zweiten Quartal 2020 erfolgen. Dabei handelt es sich um einen Mikrosatelliten der US-Luftwaffe.

Start einer Electron-Rakete von Rocket Lab in Neuseeland
Diese Electron-Rakete startete in Neuseeland. Der neue Startplatz in den USA soll die Kapazitäten des Raumfahrtunternehmens aber bedeutend erweitern. (Bild: Rocket Lab)

Rocket Lab schießt seit 2017 für verschiedene Auftraggeber zum größten Teil Kleinsatelliten auf der selbst entwickelten Electron-Rakete ins All. Bisher wurde alle Flüge von der Startanlage auf der neuseeländischen Mahia-Halbinsel aus durchgeführt. Mit der neuen Anlage sollen jährlich bis zu 130 Starts möglich sein. Der neue Standort soll es den Electron-Raketen außerdem ermöglichen, Nutzlasten in Umlaufbahnen zu befördern, die von Neuseeland aus schwerer zu erreichen sind. Der Standort in Virginia ist ein großartiger Ort für Kunden, die diagonal über den Äquator fliegen müssen, während Kunden, die von Neuseeland aus fliegen, in Umlaufbahnen fliegen, die von Pol zu Pol verlaufen.

Große Pläne

Rocket Lab ist nun mit seinem zweiten Standort fertig und hat eine Reihe weiterer langfristiger Projekte im Fokus. Neben der Erhöhung der Startfrequenz versucht das Unternehmen auch etwas Neues, indem es eine Methode entwickelt, um den Hauptteil der Rakete, den Booster, nach dem Start wiederzugewinnen. Anders als bei SpaceX, wo die Raketen mit Hilfe ihrer Triebwerke wieder landen, möchte Rocket Lab die Electron-Raketen mit einem Hubschrauber in der Luft auffangen. Bei der Rückkehr aus dem Weltraum, soll die Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs mit Hilfe von Fallschirmen so weit abgebremst werden, dass sich ein Hubschrauber am Fallschirm einhaken und das Ganze zu einem Schiff transportieren kann.

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